Tag 123 – Tag 124: Der Weg ist das Ziel
Nach der Nacht in Sospel beginnen heute unsere letzten zwei Tage auf der Via Alpina. Wie immer führt uns der Weg direkt nach oben auf den Pass. Dort werden wir dafür mit einem Blick auf das Meer belohnt. Wir machen oben Mittagspause, essen lecker Sandwiches und trinken Orangina.
Auf der anderen Seite steigen wir ab. Der Weg führt durchs Dickicht und ist oft verwachsen. Wir passieren Grundstück mit aggressiven Wachhunden, durchqueren aber auch den ein oder anderen netten Ort.
Die letzte Nacht verbringen wir nach mehreren Auf- und Abstiegen im Zelt, versteckt in der Botanik. Wir zelten quasi auf den Sträuchern und Thymianbüschen drauf, haben dafür aber eine tolle Aussicht auf Nizza.
Zu Abend essen wir, wie immer, 3-Minuten Nudeln mit Tomaten-Suppe als Soße. Es schmeckt noch immer! Als Begleitung zaubert Verena eine kleine Flasche Champagner hervor und wir stoßen gemeinsam auf die letzten 4 Monate an.
Vor dem Schlafen genießen wir zum letzten Mal die abendliche Ruhe und Aussicht. Die Lichter Nizza’s sind auf ihre eigene Art und Weise schön; auf der anderen Seite sehen wir schon die Scheinwerfer von Monaco’s Casinos.
Die letzte Nacht war überraschend schlecht, wir schlafen beide nicht gut. Vielleicht sind wir auch einfach etwas nervös. Zum Glück sind es nur noch 4h nach Monaco. Wir sind langsam unterwegs, unsere Körper und Füße sind durch. Gegen Mittag sehen wir dann zum ersten Mal Monaco. Schön ist es nicht, aber zum Glück ist der Weg das Ziel.
Von dem kleinen Gipfel steigen wir ab und stoßen direkt auf die ersten — gut gekleideten und parfümierten — Touristen, für uns eine fremde Welt. Monaco selber ist spannend. Zwischen Wohnhäusern steigen wir über Treppen 200m runter ans Meer und nehmen dabei nicht die öffentlichen Aufzüge. Danach steigen wir zum „Felsen“, der Altstadt Monacos, auf, folgen der Via Alpina auf eine Ehrenrunde rund um die kleine Halbinsel, anstatt direkte abzukürzen und erreichen dann den Place du Palais. Hier ist das offizielle Ende der Via Alpina.
Damit sind wir fertig, unsere 4-monatige Wanderung ist zu Ende. Wir freuen uns, aber es geht rapide bergab mit unseren Körpern. Wir sind durch. Nach einer Pause auf der nächstbesten Parkbank, gehen wir auf direktem Wege zum Bahnhof, fahren nach Menton und gehen in unsere Unterkunft. Bevor wir unsere Leistung richtig verarbeiten können brauchen wir jetzt erstmal eine Dusche und ein Bett. Aber eins ist uns klar: Das war’s! Wir haben das Ziel erreicht!