Tag 016 – 022: Wir machen eine Hüttentour – Karnischer Höhenweg
Verena & ConstantinNach dem Abschnitt im Triglav folgen wir jetzt dem karnische Höhenweg bis zu den Dolomiten, immer entlang der Österreichisch-Italienischen Grenze.
Die ersten paar Etappen verlaufen – wenig spannend – zu großen Teilen im Wald, entweder steil hoch oder steil runter, immer die Serpentinen der Forstraßen schneidend.
Eine kurze willkommene Abwechslung zum eintönigen Nutzwald bieten die verschlafenen Almdörfer dazwischen. Dort gibt’s meistens schönere Ausblicke (zurück auf den schönen Triglav, oder zumindest auf Unterkärnten mit dem Wörthersee), lecker Kärntner Kasnudeln und Kaiserschmarren, und jede Menge Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde.
Diese 3.5 eher zähen Etappen vom Dreiländereck bis Nassfeld arbeiten wir in zwei Tagen ab, und erreichen dann endlich den schönen Teil des karnischen Höhenwegs. Hinter Nassfeld wird’s alpiner, mit schönerem Panorama. Nur die tourtistische Beliebtheit des Gebiets macht uns ein bisschen zu schaffen — Zelten wird hier nicht gerne gesehen, und die Hütten sind (vor allem jetzt am langen Wochenende) schnell ausgebucht. Also planen wir zum ersten Mal mehrere Nächte im voraus — für uns ein eher stressiges Unterfangen.
Die nächste Nacht nach Nassfeld verbringen wir aber noch im Biwak am Rudnigsattel, geteilt mit einer Gruppe Schweizern die wir am Vortag getroffen haben, und die uns auf den nächsten Etappen auch noch begleiten werden.
Vom Biwak aus geht’s über den Köderkopf zur Zollnersee Hütte, die uns vor allem wegen des lecker Essens & der netten Wirte in Erinnerung bleibt.
Dann laufen wir in einer langen Doppeletappe zur Wolayersee Hütte. Weil die Etappe so etwas ungeplant war, kommen wir nach den 2000 Höhenmetern erst um halb neun an der Hütte an — dank der langen Tage ist es aber sogar noch hell.
Weiter geht’s — zum ersten Mal mit Hochnebel — zum Hochweißsteinhaus, am nächsten Tag dann über einen schönen Grat zur Porzehütte.
Als letzte Hütte am karnischen Höhenweg steht die Silianer Hütte am Plan — wieder eine längere Etappe. Für den Tag ist am Nachmittag Gewitter angesagt, also sputen wir uns und laufen bis Mittag durch zur Obstanersee Hütte. Weil wir ab dort am Grat wandern würden, wollen wir bei der Hütte das Gewitter abwarten, und danach weiterlaufen. Aber das schlechte Wetter verspätet sich, so dass wir es danach nicht mehr bei Tageslicht zur Silianer Hütte schaffen würden. Also verbringen wir die Nacht spontanerweise in der Obstanersee Hütte, und steigen am nächsten Tag direkt ins Tal Richtung Sexten ab. Nach sechs Tagen erreichen wir zum ersten Mal wieder Zivilisation, und beenden so für uns den karnischen Höhenweg.
Wir genießen in dem Abschnitt den Komfort der Berghütten schon sehr — allen voran die häufige Verfügbarkeit von vielem und gutem Essen. Statt unserem üblichen Abendessen aus Nudeln mit Linsen gibt es jetzt öfter Vier-Gänge Menü’s, und Frühstücksbuffet statt mit Wasser angekochten Haferbrei.
Auch die tägliche Dusche ist ein kleiner Luxus, der üblicherweise in zwei Varianten kommt: entweder unbegrenzt Wasser, aber kalt, oder 1 Minute Wasser, dafür schön warm. Beides ist besser als kaltes Flusswasser aus dem Plastiksackerl und ein Waschlappen.
Trotz der Bequemlichkeiten der Hütten vermissen wir ein bisschen die Ruhe & Flexibilität, die wir mit dem Zelt sonst haben — vor allem auch, wenn nachts im Lager ringsum die Sägewerke anstarten. Für den nächsten Abschnitt in Südtirol freuen wir uns schon drauf wieder mehr Nächte im Zelt zu verbringen.
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- Etappe 15 – zweite Hälfte (Mo 16.06.): Dreiländereck – Thörl-Maglern
- Etappe 16 (Di 17.06.): Thörl-Maglern – Feistritzer Alm
- Etappe 17 (Di 17.06.): Feistritzer Alm – Egger Alm
- Etappe 18 (Mi 18.06.): Egger Alm – Nassfeld
- Etappe 19 (Do 19.06.): Nassfeld – Zollnersee Hütte
- Etappe 20 (Fr 20.06.): Zollnersee Hütte – Untere Valentinalm
- Etappe 21 (Fr 20.06.): Untere Valentinalm – Wolayersee Hütte
- Etappe 22 (Sa 21.06.): Wolayersee Hütte – Hochweißsteinhaus
- Etappe 23 (So 22.06): Hochweißsteinhaus – Porzehütte
- Etappe 24 (Mo 23.06.): Porzehütte – Obstanerseehütte
- Abstieg nach Sexten (Di 24.06.), statt Etappe 25 und Beginn Etappe 26