Constantin Gahr

rss icon
A blog about things that I find interesting and the Via Alpina

Tag 005 – Tag 010: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

So hatten wir uns unseren ersten Pausentag nicht vorgestellt. Verena hat sich am Morgen von Tag 5 immer noch nicht ganz vom Sonnenstich erholt, weshalb wir uns dafür entscheiden das Zimmer noch für eine weitere Nacht zu behalten. Während sich Verena’s Zustand im Laufe des Tages verbessert, geht es nun mit Constantin bergab. Heiße Haut, Fieber (?), Übelkeit, Kopfschmerzen. Wir verschlafen den ganzen Tag und bemühen uns kleine Happen zu essen, ohne das die Übelkeit überhand nimmt.

Hier sehen wir ziemlich beschissen aus

An Tag 6 wachen wir aber deutlich frischer auf. Wir packen unsere Rucksäcke und machen uns mit der kurzen Etappe 6 in nur 12 km auf nach Idrija.

Der Weg führt schön durch das slowenische Hinterland, wo man manchmal das Gefühl hat, dass die Zeit etwas stehen geblieben ist.

Slowenisches Landleben

Wir merken, dass wir von dem Einbruch am Vortag noch deutlich erschöpft sind. Bereits kleine Anstiege strengen uns deutlich an, so dass wir unterwegs immer wieder anhalten.

Wir sind immer noch nicht ganz fit und brauchen viele Pausen

Kurz vor Idrija kommen wir an den Fluss Idrijca, der mit seinem türkisfarbenen Wasser erst recht zu einer Pause einlädt. Wir stellen aber schnell fest, dass das Wasser doch noch sehr frisch ist.

Der Anblick der Idrijca verlockt zum Schwimmen — und Constantin kann nicht widerstehen

Der restliche Weg verläuft entlang eines kleinen Kanals, der damals die Bergbaustadt Idrija mit Energie versorgt hat. Um aus den Fehlern der Vortage zu lernen, haben wir Constantin einen Nackenschutz improvisiert – aus Opa’s altem (gewaschenen) Stofftaschentuch.

Opa’s Schnäuztuch leistet gute Dienste als Sonnenschutz – und ist zudem ziemlich sexy

Tag 7 beginnt wiederum mit schlechten Neuigkeiten. Constantin lag die ganze Nacht wegen Übelkeit wach – keine gute Voraussetzung für die nächste 24 km lange Etappe. Und so zwingen wir uns zu einem zweiten Pausentag.

Wir nutzen die Gelegenheit um die Ressourcen für die nächsten Tage aufzustocken, und um die Quecksilber-Mine von Idrija zu besichtigen — eine Tour die uns hellauf begeistert.

Bei einem Gang durch die Stollen lernen wir über die Geschichte der Stadt und den Alltag der Minenarbeiter.

Am nächsten Tag wollen wir weiterlaufen, doch morgens gibt Constantins Magen erneut Grund zur Sorge. Wir entscheiden uns dazu es trotzdem zu versuchen — auch weil das Wetter heute zur Abwechslung deutlich kühler ist — und verabschieden uns von Idrija mit einem steilen Aufstieg durch den umliegenden Wald.

Die Etappe 7 führt uns dann weiter durch das Berggebiet von Cerkljansko, das bereits wunderschöne Aussicht auf den (noch etwas entfernten) Triglav-Nationalpark bietet.

Bei einem Gang durch die Stollen lernen wir über die Geschichte der Stadt und den Alltag der Minenarbeiter.

Da am Nachmittag Constantins Magen weiter rebelliert, entscheiden wir uns am Ende der Etappe dazu ein Zimmer zu nehmen (statt dem geplanten Zeltplatz) und am nächsten Tag eine weitere Pause einzulegen. Irgendwie kommen wir nicht richtig vom Fleck.

Doch zumindest verläuft diesmal der Pausentag komplett beschwerdefrei, die Ruhe scheint endlich zu wirken. Zum ersten Mal seit 5 Tagen sind wir beide wieder rundum fit, und starten so am Morgen von Tag 10 in die Etappe 8.

Wir laufen auf den Porezen hoch, mit 1630 hm ein neuer höchster Punkt für uns. Mit einer Nacht unter freiem Himmel am Gipfel lassen wir hoffentlich diese — auf eine ganz andere Art und Weise herausfordernde — Krankheitsetappe hinter uns.

Unser Biwakplatz am Porezen.

> Kumulative Distanz: 145 km / 6340 hm